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Warum wir in der Lieblingsmanufaktur keinen Mundschutz nähen…

Der wohl persönlichste Blogbeitrag aller Zeiten…

Für alle “Später-Leser”: Dieser Beitrag entstand am 29. März 2020, zu Beginn der Coronakrise.

Es ist Ende März 2020, eine Nacht von Samstag auf Sonntag, 3.27 Uhr morgens.
Die Familie schläft. Ich liege wach.
Seit einigen Wochen ist die Welt eine andere: ein Virus … (fast) überall: Erst in China, im Iran, es folgen Italien, Spanien.
Immer mehr Länder – immer mehr Herausforderungen.

Und nun, seit fast zwei Wochen, ist “die Krise” auch in Deutschland angekommen:

Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land.
Treffen sind tabu: keine Familie, keine Freunde.
Gerade zu den Großeltern soll jetzt Abstand gehalten werden – sie sind besonders gefährdet.
Am Wochenende ein Eis essen gehen – alles geschlossen.
Das bevorstehende Osterfest – wohl ohne Familie, verschoben aufs nächste Jahr, ein komisches Gefühl.

Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs sind geöffnet.
Supermärkte.
Drogerien.
Bau- und Gartenmärkte.
Hamsterkäufe.
Die Menschen haben Angst.
Kaufen Lebensmittel anhand langer Listen: Knäckebrot, Dosenfrüchte, Nudeln, Mehl.
Klopapier.
Zehn Päckchen Trockenhefe.
Man weiß ja nie.

Meine Meinung dazu?
Ich bin hin- und her gerissen.
In meinem Körper schlagen zwei Herzen:
Das eine sagt: Bleib ruhig, Du musst Dir keine Sorgen machen. Alles wird gut. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gesichert. Das haben sie doch immer wieder gesagt.
Das andere sagt: Du hast Verantwortung, zwei Kinder. Zwei Kinder, die absolut wählerisch sind, was das Essen angeht.
Dann kommt sie kurz hoch, die Angst: Was, wenn es schon morgen nichts mehr gibt, was die beiden essen.
Was, wenn wir ganz plötzlich so wie andere Ortschaften unter Quarantäne gestellt werden und das Haus nicht mehr verlassen können.
Wir müssen einkaufen.
Nehmen doch zwei Päckchen Nudeln mehr mit.
Man weiß ja nie.

Kindergarten- und Schulschließungen.
Wir als Eltern übernehmen die Verantwortung fürs Lernen der Kinder.
Ist das easy? Ganz sicher nicht!
Unsere Kinder … sind selbstbewusst.
Haben ihre eigene Meinung und bleiben dabei.
Wollen nicht unbedingt unsere Sicht auf die Dinge hören.
Und schon gar nicht von uns lernen. Dafür sind Lehrer da. Aha!
Konfliktpotential – jeden Tag. Doch wir gehen da durch.
Mit Respekt, Verständnis und Geduld.

Trotz aller Sorgen – denn die haben wir jetzt viel mehr als zuvor.
Denn eines ist klar. Die Menschen haben gerade Angst. Große Angst.
Da stehen Fragen im Raum wie…

Wie geht es für mich weiter?
Bleiben all meine Lieben gesund?
Wann kann ich wieder mit voller Kraft arbeiten?
Verliere ich meinen Job?
Muss ich in Kurzarbeit?

Und es ist absolut verständlich…
Das letzte, woran die Menschen jetzt denken, ist eines unserer bunten Produkte aus der Lieblingsmanufaktur.
Von einem Tag auf den anderen fast keine Verkäufe mehr.
Doch unsere Kosten … laufen weiter… geschäftlich und privat.

An dieser Stelle danke an jeden, der in diesen Tagen an uns glaubt und uns mit seinem Einkauf unterstützt, die Lieblingsmanufaktur hoffentlich nie aufgeben zu müssen.
Von Herzen danke!!

Und noch ist da kein Licht am Ende des Tunnels.
Niemand scheint daran zu glauben, dass er sich aus eigener Kraft mit positiver Grundstimmung aus der Krise retten kann.
Immer noch keine Umsätze.
Jeder hält sein Geld zusammen.
Kauft nur das Nötigste.
Man weiß ja nie.

Eine Anfrage kommt herein: “Wenn Ihr einen Mundschutz anbieten würdet, den hätte ich sofort gekauft.”
Nur einen Tag später eine E-Mail aus dem Freundeskreis:
“Schade, dass es bei Euch gerade nicht so gut läuft! Näht doch Mundmasken!”
Es folgen noch zwei weitere Nachrichten von Freunden.
Immer wieder derselbe Tenor: Ihr müsst jetzt Mundmasken nähen, die sind gerade super gefragt.

In uns tobt es nun auch.
Ein Wertekonflikt. Seit Tagen diskutieren Sebastian und ich.
Mundschutz – ja, der ist jetzt nachgefragt.

Meine Meinung dazu?
Ich habe eine!
Ein Mundschutz aus unserer Manufaktur wäre optisch schön – ja, das auf jeden Fall 🙂
Aber … Wir verarbeiten nur reine Baumwollstoffe.
Haben nichts auf Lager, was sich als “Filterstoff” eignet.
Heißt, ein Mundschutz aus der Lieblingsmanufaktur würde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ausreichenden Schutz bieten.
Erfüllt nicht die Normen, um sich selbst nicht zu infizieren.
Dazu das Risiko, sich zwischendurch unbewusst an Auge, Nase, Mund zu fassen – und sich doch anzustecken.
Eine trügerische Sicherheit.

Okay, sie könnte den anderen schützen.
Doch wer trägt eine solche Maske? Jemand mit Schnupfen, Husten, Fieber?
Diese Person möge doch jetzt bitte zuhause bleiben!
Und sich nicht mit einer schönen Maske aus der Lieblingsmanufaktur doch wieder unter die Menschen mischen.

Nein, wir fertigen keine Mundmasken!
Auch wenn es uns als Unternehmen retten könnte.
Auch wenn wir heute nicht wissen, wovon wir in den kommenden Monaten einkaufen gehen.
Oder die Hausrate bezahlen.
Auch wenn wirklich alles auf dem Spiel steht.
Es ist einfach keine Option – mit unseren Werten nicht vereinbar.
Als Unternehmer tragen wir auch Verantwortung für das Produkt, das wir in die Welt bringen.

Und so setzen wir auf Hoffnung.
Darauf, dass dieser Spuk doch bald zu Ende gehen möge.
Wir achten auf unser aller Gesundheit, ernähren uns ausgewogen, gehen im Wald spazieren.
Und sonst bleiben wir zuhause.
Verbringen mehr Zeit miteinander.
Halten telefonischen Kontakt zu Familie und Freunden.
Bringen Projekte zu Ende, die schon so lange in uns schlummern.

Eine merkwürdige, ja fast verrückte Zeit.

Und trotzdem sehr schön.

Wir glauben daran, dass bald wieder bessere Zeiten kommen.
Für Dich, für uns, aber auch für all die Menschen, die die Lieblingsmanufaktur in den letzten Jahren unterstützt haben und sich nun auch über Wasser halten müssen 💕
Wir möchten weiter mit Euch arbeiten – schon bald!!
Wir sind überzeugt, dass die Zeit kommen wird, zu der wir alle in unser freies Leben zurückkehren.
Wieder Familie und Freunde treffen.
Nähe leben und unterwegs sein können.
Zeiten, in denen wir als Lieblingsmanufaktur Deinen Alltag bereichern werden.
Und gemeinsam wieder Farben- und Lebensfreude in die Welt tragen.
☀️ Darauf freuen wir uns ☀️

Und bis es soweit ist … Bleib schön gesund und alles Liebe für Dich.
Und denk dran 😉 …. 🍀 Komm auf die bunte Seite des Glücks! 🍀

Anne (& Sebastian) 👫🏼
aus der Lieblingsmanufaktur

 

6 Comments

  1. Anne Abendroth 29. März 2020 at 16:50

    Ich danke Dir von Herzen, liebe Heike, für Deine so liebe Rückmeldung auf meine Gedanken von letzter Nacht 🙂 Bleib auch Du schön gesund und ich freue mich schon riesig auf unser Wiedersehen, was doch nun gleich noch einmal einen ganz neuen Wert bekommt 🙂 Bis bald, Du Herzensmensch! Liebe Grüße von Anne aus der Lieblingsmanufaktur

  2. Heike Kirfel 29. März 2020 at 16:24

    Meine liebe Anne,
    Ich entnehme in deinen Zeilen grosse Wertschätzung, Achtung und jeglichen Respekt. Du kannst nicht schlafen, welch Götter lassen dich deine Gedanken frei machen?. Wow, welch ein Segen für die Welt da draussen.
    Nun kommen wir alle in stille Zeiten hinein und wir dürfen unsere Gedanken und Gefühle teilen mit all den Menschen da draussen die wir lieben.. Du hast es so wunderschön auf den Punkt gebracht. Solidarität, Liebe, Nähe, Geborgenheit und das Gefühl der Zugehörigkeit können wir alle sehr gut gebrauchen und nichts kann uns davon abhalten in Gedanken bei jedem Einzelnen zu sein. Heute noch viel bewusster als je zuvor.
    Danke für deinen tiefen Einblick und deine wundervollen Beitrag.
    Ich wünsche dir und deiner Familie nur das Beste und bleibt Gesund.
    Alles wird Gut und das Beste steht uns noch bevor.
    Eine tiefe innige Umarmung von Herzen an euch
    Heike

  3. Anne Abendroth 29. März 2020 at 13:55

    Wir danken Dir für Deine Rückmeldung, liebe Annette 😘 … und auch für den Zuspruch und all Deine guten Wünsche!
    Alles Gute für Dich!
    Anne aus der Lieblingsmanufaktur

  4. Annette Heller 29. März 2020 at 12:48

    Hallo Ihr beiden,
    ja, auch ich habe direkt an Eure bunten Stoffe gedacht, als die Knappheit der Mundmasken Tatsache wurde.
    Aus medizinischer Sicht kann ich Eure Einstellung nachvollziehen.
    Und trotzdem – ich denke, das Thema Mundschutz und Handschuhe wird uns noch bestimmt 2 Jahre begleiten und irgendwann zur Normalität werden, so geschützt aus dem Haus zu gehen. Solltet Ihr mit Eurem Team bis dahin Eure Entscheidung überdenken, entspr. dünne Stoffe und ein eingearbeitetes Vlies verarbeiten, bin ich dankbar, von Euch zu hören!
    Bis dahin wünsche ich Euch und Eurer Familie alle Gesundheit, die man sich wünschen kann,
    Durchhaltevermögen in jeder Form,
    “Glück” bei der Beantragung staatl. Förderung – soweit dies notwendig ist
    und
    behaltet Euren Optmismus bei, den Ihr und Eure Werke stets versprühen!
    Liebe Grüsse sendet
    Annette aus dem Kölner Raum

  5. Anne Abendroth 29. März 2020 at 12:07

    Ganz ganz lieben Dank, Jana, für Deine Worte! 😘 Wie schön, dass Du es auch so siehst 🙂
    Ja, lass uns alle einfach optimistisch bleiben, es wird ein “Danach” geben. ☀️
    🌷 Bis bald, Du Liebe!
    Anne aus der Lieblingsmanufaktur 🥰

  6. Jana 29. März 2020 at 11:21

    Hallo liebe Anne, lieber Sebastian!
    Tolle Worte. Ich kann euch verstehen, daß ihr nicht mit in den Hype verfällt, nen Mundschutz zu nähen. Es wird zwar gebeten zu helfen, aber letztendlich ist es ein Stück Stoff ohne Filter… sieht wunderschön aus, aber ist eben nicht praktikabel. Haltet durch und ich hoffe, daß wir alle gemeinsam das ganze überstehen und daß irgendwann ein Licht im Tunnel zu sehen ist. Ich denke an euch
    Liebe Grüße Jana


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